Einkommenssteuer - Worauf bei der Besteuerung thesaurierender Investmentfonds zu achten ist – und warum sie als alternative Anlageform so interessant sind

In Zeiten absoluter Niedrigzinsen geht es besonders darum sein Geld klug zu investieren. Soll doch zumindest der natürliche Werteverzehr durch die Inflation kompensiert werden. Eine mögliche Lösung: Ausländische Investmentfondsanlagen – diese versprechen deutlich höhere Renditen.

Thesaurierende Investmentfonds sind interessant, wenn langfristig Vermögen aufgebaut werden soll. Hier können Anleger meist auf die Liquidität aus der Ausschüttung verzichten und korrespondierend zum Zinseszinseffekt mit höheren Renditen rechnen.

Vom Zufluss-Abfluss-Prinzip des deutschen Einkommensteuerrechts, welches auch für Kapitalerträge gilt, weicht dieses Modell ab. Schüttet der Fonds seine Erträge nicht innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende aus, gelten die thesaurierten Erträge fiktiv als zugeflossen (sog. „ausschüttungsgleiche Erträge“) und sind ab dem Moment steuerpflichtig.

Wird in deutsche thesaurierende Fonds investiert, behält die depotführende Bank die Abgeltungsteuer ein. Die Folge: Diese führen nicht zu einer Pflichtveranlagung von Kapitalerträgen in der Einkommensteuererklärung.

Dagegen kann das deutsche Steuerrecht bei ausländischen Investmentgesellschaften keine Verpflichtung zum Einbehalt der Abgeltungsteuer auferlegen. Damit sind diese Erträge immer im Rahmen der Einkommensteuererklärung (Pflichtveranlagung der Kapitalerträge) anzugeben.

Inländische Banken weisen die thesaurierenden Erträge aus ausländischen Investmentfonds zwischenzeitlich in den Jahressteuerbescheinigungen aus, sodass die Werte einfach übernommen werden können. Bei einigen ausländischen Banken sind diese Erträge jedoch händisch zu ermitteln. Die Folge: Sie werden häufig vergessen. Um keine Steuerhinterziehung zu begehen, sollte daher hier immer eine Vollständigkeitsprüfung durchgeführt werden. Übrigens: neben ausschüttenden und thesaurierenden gibt es auch teilthesaurierende Investmentfonds. Für dessen thesaurierten Teil gelten diese Regeln ebenso.

Eine weitere Besonderheit gibt es beim Verkauf von thesaurierenden Auslandsfonds: Die inländische Depotbank führt hier Abgeltungsteuer auf Wertzuwächse und wiederangelegte Erträge ab. Wurden die thesaurierten Erträge in den Vorjahren ordnungsgemäß versteuert – droht nun eine Doppelbesteuerung. Wie Sie diese vermeiden? Bringen Sie bereits versteuerten thesaurierten Erträge der Vorjahre in Abzug.

Abschließend noch ein Hinweis: Ob es sich um einen in- oder ausländischen Fonds handelt, kann nicht an der internationalen Wertpapierkennnummer (ISIN) abgelesen werden. Entscheidend ist das Land, in dem der Fonds aufgelegt wurde.

Ansprechpartner
Jochen Epple-von Loos
Dipl.-Betriebswirt (BA)
Steuerberater

Stephanie Bitzer
Dipl.-Betriebswirtin (BA)
Steuerberaterin


Kontakt

Sarah Nischik

Telefon: +49 7121 9202 504
E-Mail: info@int-desk.com